Anpassung an den Klimawandel: Bundesrat verabschiedet Aktionsplan für 2020–2025

Häufigere Hitzewellen und Trockenperioden, zunehmende Naturgefahren wie Hochwasser und Erdrutsche, Veränderungen der Tier- und Pflanzenvielfalt: Der Klimawandel prägt unsere Umwelt bereits heute und wird dies in Zukunft noch stärker tun. Der Bundesrat hat deshalb den Aktionsplan 2020–2025 zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Dieser setzt die bisherige Politik fort und enthält Massnahmen, um die Risiken des Klimawandels zu bewältigen und die Anpassungsfähigkeit von Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zu steigern.

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Image: MeteoSchweiz

In der Schweizer Klimapolitik steht die Verminderung der Treibhausgasemissionen an erster Stelle. Doch auch wenn die Ziele des Übereinkommens von Paris erreicht werden und die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt wird, sind Massnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels unumgänglich. Aus diesem Grund hatte der Bundesrat schon 2012 seine Strategie «Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz» beschlossen. Mit dem am 19. August 2020 verabschiedeten Aktionsplan führt er die Umsetzung dieser Strategie in den Jahren 2020–2025 fort.

Der Aktionsplan enthält 75 Massnahmen auf Bundesebene. Sie sollen dazu beitragen, die grössten Folgen und Risiken des Klimawandels zu bewältigen. Dazu gehören eine häufigere und stärkere Hitzebelastung, Sommertrockenheit, zunehmende Naturgefahren und der Verlust der heimischen Tier- und Pflanzenvielfalt. Grundlage für den Aktionsplan sind die Schweizer Klimaszenarien CH2018.

Heute handeln für morgen

Die Massnahmen zur Bewältigung der zunehmenden Sommerhitze, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten, fokussieren auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Kurzfristig müssen Personen, die durch Hitze gefährdet sind, Gesundheitsfachleute und Behörden auf die Hitzeproblematik aufmerksam gemacht und über geeignete Massnahmen informiert werden. Mittel- bis langfristig muss der Lebensraum an den Klimawandel angepasst werden: So brauchen Städte und Siedlungen Grün- und Wasserflächen, um der lokalen Überhitzung entgegenzuwirken. Gebäude sollen so gebaut und positioniert werden, dass sie ausreichend Schatten bieten und Durchlüftung erlauben, damit der Aufenthalt darin trotz zunehmender Hitzebelastung angenehm ist.

Die zunehmende Trockenheit verlangt nach Massnahmen zum Umgang mit Wasserknappheit. Mehrere Bundesämter arbeiten gemeinsam daran, die Vorhersage von Trockenperioden und die Information während diesen Ereignissen zu verbessern. So können die nötigen Massnahmen frühzeitig eingeleitet werden. Gleichzeitig will der Bund die Kantone weiter bei der Umsetzung der Wasserressourcenplanung unterstützen. In der Landwirtschaft fördern Bund und Kantone die ressourcenschonende und an die trockeneren Bedingungen angepasste Bewirtschaftung, zum Beispiel den Anbau von Sorten, welche Trockenheit besser überstehen.

Der Klimawandel verändert auch die Situation bei den Naturgefahren. Wegen zunehmenden Starkniederschlägen und wärmeren Wintern, in denen anstelle von Schnee mehr Regen fällt, häufen sich lokale Hochwasser. Flüsse, Bäche und Seen können vermehrt über die Ufer treten, und Regen fliesst über das offene Gelände ab, wenn der Boden ihn nicht schnell genug aufzunehmen vermag. Auch Erdrutsche können häufiger auftreten. Solche Veränderungen müssen frühzeitig erkannt und bei allen Aktivitäten zum Schutz und zur Bewältigung von Naturgefahren berücksichtigt werden. Mit genügend Raum für den Rückhalt und die Ableitung von Wasser, Geröll und Lawinen lassen sich Schäden wirkungsvoll verhindern.

Im Aktionsplan sind auch Massnahmen zur Biodiversität enthalten. Mit dem Klimawandel verändern sich die Lebensräume, die Zusammensetzung von Tier- und Pflanzenarten und die Landschaft. Die Natur kann sich bis zu einem gewissen Grad Celsius an den Klimawandel anpassen, braucht dafür aber Freiräume. Der Aktionsplan sieht daher vor, Schutzgebiete zu schaffen und zu vernetzen. Dies dient auch dazu, die wichtigen Leistungen der Ökosysteme langfristig zu sichern – beispielsweise die Bestäubung durch Insekten oder der Lawinenschutz durch Wälder.

Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden stärken

Da sich der Klimawandel regional unterschiedlich auswirkt, ist die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden zentral. Deshalb zielen verschiedene Massnahmen des zweiten Aktionsplans darauf ab, die Abstimmung zwischen den drei Staatsebenen zu verbessern. So entwickelt das Bundesamt für Umwelt BAFU für Gemeinden ein einfaches Online-Tool, das sie bei der Planung von eigenen Anpassungsmassnahmen unterstützen soll.Ausserdem ist ein Forschungsprogramm zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit, die Ökosysteme und die Infrastrukturen in der Schweiz geplant.

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