Informationsdienst Biodiversität Schweiz IBS Nr. 114

Vernetzte Kreuzkröten

IBS 2016/114

In landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen liegen die Vorkommen bedrohter Arten wie die der Kreuzkröte oft weit auseinander und scheinen isoliert zu sein. Anhand von Informationen über die Bewegungsmuster der Tiere (genetische und telemetrische Daten) sowie langjähriger Monitoringdaten der Populationen wurden der Einfluss von Landschaftselementen auf das Wanderverhalten und die Vernetzung der Kreuzkrötenvorkommen im Schweizer Mittelland untersucht. Keines der untersuchten Vorkommen ist genetisch isoliert, die Kreuzkröten wandern regelmässig und legen dabei weite Strecken zurück (bis zu 4 km). Nur Siedlungsflächen und Distanzen von über 2,5 Kilometer beeinflussen den genetischen Austausch tendenziell negativ. Für die langfristige Erhaltung der Kreuzkröte ist es wichtig, die grossen Teilpopulationen zu erhalten, die Landschaft für wandernde Kröten durchlässig zu halten und genügend Laichgewässer anzubieten.

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