
Neuer Bericht Weltbiodiversitätsrat zeigt, wie naturverträgliches Wirtschaften möglich wäre
Unternehmen sind in hohem Mass von Biodiversität und Ökosystemleistungen abhängig und beeinflussen diese lokal und entlang globaler Wertschöpfungsketten. Dies zeigt der am Montag veröffentlichte Bericht des Weltbiodiversitätsrates. Demnach sind die heutigen wirtschaftlichen Aktivitäten und politischen Rahmenbedingungen nicht mit dem Erhalt der Biodiversität vereinbar. Die 80 beteiligten Expertinnen und Experten aus 35 Ländern zeigen auf, wie sich systemische Risiken reduzieren lassen und naturverträgliches Wirtschaften möglich wird.
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Gesamtschau Biodiversität: Zustand ungenügend, aber einzelne positive Entwicklungen seit 2010
Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz ist nach wie vor ungenügend. Der Rückgang hat sich seit der Jahrtausendwende aber verlangsamt und punktuell zeigen sich positive Entwicklungen. Dies schliessen das Forum Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz zusammen mit über 50 Fachpersonen aus der Analyse aktueller wissenschaftlicher Publikationen und Monitoringdaten. Die Ergebnisse sind im Bericht «Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten» zusammengestellt.
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Transformativer Wandel ist notwendig, dringend und möglich
Um unser Überleben und Wohlergehen sicherzustellen, ist es dringend und notwendig, Ansichten, Strukturen und Praktiken hin zu einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft anzupassen. Ein solch transformativer Wandel sei herausfordernd, aber möglich, sagt der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Mittwoch. Über 101 führende internationale Expertinnen und Experten aus 42 Ländern haben die zugrundeliegenden Ursachen des Biodiversitätsverlusts und die entscheidenden Hebel für eine systemweite Transformation untersucht. Demnach brauche es einen grundlegenden Wandel, im Ausmass vergleichbar mit jenem der Industriellen Revolution, um die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt weltweit und die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen.
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Herausforderungen rund um Biodiversität, Wasser, Nahrung, Gesundheit und Klima koordiniert angehen
Integrierte und koordinierte Ansätze zur Bewältigung von Herausforderungen rund um Biodiversität, Wasser, Nahrung, Gesundheit und Klima sind wirksamer und kostengünstiger als die traditionelle Herangehensweise in Sektoren oder wenn einzelne Aspekte, etwa der Klimaschutz, Vorrang haben. Dies hat die erste umfassende wissenschaftliche Analyse zu Wechselwirkungen und Handlungsmöglichkeiten ergeben, die der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Dienstag publiziert hat. 165 Expertinnen und Experten aus 57 Ländern haben Zusammenhänge, Zukunftsszenarien und konkrete Handlungsoptionen vertieft analysiert und zeigen Wege auf für deren optimale Implementierung.
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Bericht "Insektenvielfalt in der Schweiz" jetzt auf Italienisch verfügbar
Der Bericht "Insektenvielfalt in der Schweiz" wurde mit Unterstützung von Pro Natura in Teilen übersetzt und ist jetzt auch auf Italienisch verfügbar.
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